In Herrgottsfrühe am Ostermontag startete eine ganze Karawane am Bootshaus zum Trainingslager nach St. Pierre de Boueff, südlich von Lyon. Die große Anfahrt nehmen die Trainer in Kauf, da dort die Bedingungen zu Ostern schon deutlich besser sind als in deutschen Landen. Zudem bietet der Wildwasserkanal an der Rhone für alle Leistungsklassen hervorragende Trainingsbedingungen. Sogar unsere Kleinsten starteten nun zu ihrem ersten großen Trainingslager. So bestand dann auch der Tross aus 3 Kleinbussen, 2 PKW, Bootsanhängern mit insgesamt 31 Boote und ebenso vielen Paddeln sowie einem großen Lastenanhänger, in dem all das Cam-pingequipment verstaut war, welches man für Unterkunft und Verpflegung von insgesamt 32 Personen braucht. Eine erste Widrigkeit war das krankheitsbedingte Absagen von Speiche und Jackson. Nur für einen der beiden konnte mit Alex dankenswerter Weise noch Ersatz gefunden werden. Somit war für diese 1040 km lange Tour ein Fahrzeug nicht mit 2 Fahrern besetzt. Kurz hinter Gerstungen sorgte ein geruhsam auf der Autobahn spa-zierender Keiler für den nächsten Schrecken. Bernd konnte gerade noch ausweichen und auch der hohe Boots-anhänger verzieh ihm das Manöver und kippte nicht um. 150 km weiter staunte John nicht schlecht über den Funkenregen, den sein Bootsanhänger auf der Autobahn hinterließ und das Rad, welches die Autobahn verließ. Nachdem sich offensichtlich das innere Radlager verabschiedet hatte, muss auch das äußere Radlager schnell und ohne Vorwarnung aufgegeben haben. Ohne jegliche Anzeichen – denn nach 100 km hatte Bernd alles noch einmal kontrolliert – beschloss das Rad, dass es genug für die Schottkanuten gerollt sei. Früh um 5:00 Uhr war nun guter Rat teuer. Nach einigem Hin und Her konnte in Butzbach ein Autoanhänger aufgetrieben wer-den, auf den immerhin 12 der 16 Boote umgeladen werden konnten. Mit 4 Stunden Verzug konnte auch diese Widrigkeit überwunden werden. In Sankt Peter Ochse angekommen blieb uns nur ein Tag zum Training bei vernünftigen Bedingungen. Dann folgten 3 Sturmtage, an denen die Sicherung der Zelte und Pavillons mit Unmengen an Leinen, Gurten und durch Barrikadenbau uns in Bewegung hielt. Der Sturm zog ab. Drei Zelte fielen ihm zum Opfer. Die Pavillons konnten gerade noch gerettet werden. Nach dem Sturm kam der Regen. Nicht einmal zum Einpacken der Zelte gönnte er uns eine Pause. Trotz der widrigen Bedingungen haben die jungen Kanuten in den 5 Tagen insgesamt 10 Trainingseinheiten mit großer Freude – wenn auch immer mal wieder Angst vor Wellen und Walzen vorhanden war – unter der Anleitung ihrer Trainer absolviert. In Jena wieder angekommen, waren vor allem die Betreuer von dieser an-strengenden Woche sehr geschafft und hoffe, dass mit dieser Woche das Maß an Ungemach für dieses Jahr erfüllt ist.                                                                                                          [Bernd Schade]