Am 02.05.2020 hielt der TFV ein Webinar zum aufgrund der Corona-Krise ausgesetzten Spielbetriebs. Dabei wurde die Empfehlung zur Fortsetzung der Saison 2019/20 über den 30.06.2020 vorgeschlagen, wobei die Saison 2020/21 entfallen würde.

Nach zahlreichen Gesprächen innerhalb der Abteilung spricht sich der SV SCHOTT Jena (einstimmig) gegen die Empfehlung des TFV aus und plädiert für einen Saisonabbruch.

Dem Verein sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Szenarien bewusst und kann die Argumentation des TFV nachvollziehen. Es wäre auch der Wunsch des SV SCHOTT Jena, wenn es eine einheitliche Lösung für Fußball-Deutschland geben würde. Diskussionen über Auf- und Abstieg oder ähnliche Themen ohne einheitliche Regelungen innerhalb des DFB und NOFV würden ins Unermessliche ausufern. Eine Fortsetzung der Saison 2019/20 wird aus Vereinssicht als nicht tragbar eingeschätzt. Es würde mehr Herausforderungen für einen Verein schaffen als lösen und die saisonalen Strukturen auflösen.

Wir vertreten die Meinung, dass die Saison annulliert und auf Entscheidungen der Politik gewartet werden sollte, auch unter Betracht der rechtlichen Probleme und Folgen. Während oftmals Aspekte und Diskussionen zum Männerbereich im Raum stehen, wollen wir verstärkt den Blick auf den Nachwuchs und die sportliche Entwicklung von Spielern werfen.

Wir befinden uns im Amateursport, wo drei Punkte am Wochenende nicht das Wichtigste sind, wie es auch die zahlreichen Aktionen zu diesen Zeiten zeigen. Am Ende ist jeder Spieler froh, wenn er wieder mit seiner Mannschaft auf dem Platz stehen kann. Auch beim SV SCHOTT Jena hätte vermutlich noch der ein oder andere Erfolg im Nachwuchs eingeräumt werden können. Besonders im Junioren-Fußball geht es aber nicht ums Gewinnen, sondern um die Entwicklung der Spieler, welche keine Betrachtung in der Empfehlung des TFV findet. Der Gedanke für einen Junioren-Spieler zwei Jahre eine Saison zu spielen, der Gedanke für einen Bambini noch ein Jahr auf den regelmäßigen Spielbetrieb in der F zu warten, der Gedanke für einen D-Junior noch ein Jahr auf auf das Großfeld zu warten oder der Gedanke für ein A-Junior noch ein Jahr auf den Männerbereich zu warten kann keinen Spieler befriedigen. Am Ende spielen Mannschaften teilweise drei Jahre als jüngerer oder älterer Jahrgang ohne herausfordernde Abwechslung.

Dabei wurde nur die Oberfläche für den Nachwuchsbereich angekratzt, welcher keine positiven Aspekte mitnehmen könnte und in seiner Entwicklung stark gehemmt würde. Der Nachwuchs macht bei den meisten Vereinen den Großteil an Mitgliedern aus und ist die Zukunft eines Vereins, welcher nicht vernachlässigt werden darf!